Michael

55-jähriger Mann in hellblauer Jacke steht im Park und blickt in die Kamera.
»Was mich gera­de bewegt? Viel­leicht liegt es am Herbst­wet­ter, dass ich in die­sen Tagen oft über mei­ne Lebens­zie­le nach­den­ke und über die Fra­ge, ob mei­ne bewuss­ten und unbe­wuss­ten Gedan­ken wirk­lich in jedem Moment Ein­fluss haben auf das, was mir pas­siert. Ich pend­le inner­lich zwi­schen zwei Polen. Auf der einen Sei­te bren­ne ich für etwas, das ich errei­chen möch­te, auf der ande­ren Sei­te wün­sche ich mir Gelas­sen­heit. Wer­den die Gedan­ken mit zuneh­men­dem Alter viel­leicht kraft­lo­ser, weil die Lebens­weis­heit und die Abge­klärt­heit zuneh­men und damit das Bren­nen für ein Ziel im Leben nach­lässt? Oder fällt es gereif­ten Men­schen eher leich­ter, kon­struk­ti­ve Gedan­ken zu unter­hal­ten, weil die Fähig­keit zu Ver­trau­en und Zuver­sicht gewach­sen ist? Es heißt immer: Das, was wir im Inne­ren schon sind, kommt in unse­rem Leben zu uns. Ist es daher destruk­tiv, ein­fach beschei­den und dank­bar zu sein?«
(Okto­ber 2017)